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Monarchie und Tradition in einer modernen Welt
London
Monarchie und Tradition in einer modernen Welt
Die
Mitglieder der Königlichen Familie auf dem Balkon des Buckingham
Palastes bei der jährlichen «Trooping the Colour» Zeremonie. Von links
nach rechts: Prince William, Prince Harry, Princess Anne, the Princess
Royal, Vice Admiral Timothy Lawrence, Queen Elizabeth II, Prince
Edward, Earl of Wessex (hinten), Sophie, Countess of Wessex, Prince
Philip, Duke of Edinburgh, Peter Phillips, Auttumn Phillips, Camilla,
Duchess of Cornwall und Prince Charles, Prince of Wales. Fotos + Text: © PA Photos, exclusiv
Noch
zu Beginn des 20. Jahrhunderts war in Europa die Monarchie die
vorherrschende Staatsform. Zwischenzeitlich hat sich dieses Bild
gewandelt: in Europa und der Welt insgesamt überwiegt die
republikanische Staatsform mit einem Anteil von fast achtzig Prozent.
Die noch verbleibenden Monarchien stehen für Kontinuität, dass es nicht
mehr allzu viele gibt, macht sie nur noch interessanter. Bis zu einer
Milliarde Fernsehzuschauer verfolgen Live-Sendungen, wenn einer der
begehrten Thronfolger seine Liebste vor den Traualtar führt. Nur
hartgesottene Republikaner sind imstande, sich ganz dem Glanz und
Mythos der Königshäuser zu entziehen. Nach wie vor sind die Träger der
Monarchien für ihre Völker Symbole nationaler Einheit, die Garanten der
Geschichte und der Traditionen ihrer Länder. Monarchie-Gegner stehen
meist auf verlorenem Posten. Selbst handfeste Skandale bringen die
Königshäuser zwar ins Wanken, aber nicht zu Fall. Im Gegenteil: Volk
und Krone stehen nach überstandenen Krisen oft noch enger zusammen. In
einer Zeit, die von Globalisierung und schnellen Veränderungen
grundlegender Werte geprägt ist, stellt die Monarchie ein wichtiges
gemeinsames nationales Symbol und einen Halt in einer schnelllebigen
Welt dar. Dieser Status hängt zum einen mit der soliden Verankerung der
Monarchie in altüberlieferten Traditionen zusammen. Er ist aber auch
dem Umstand zu verdanken, dass die Monarchie in der Lage ist, sich den
Bedingungen der modernen Zeiten anzupassen, ohne dabei traditionelle
Werte wie Beständigkeit, Respekt vor der Tradition, Pflichtgefühl und
Verantwortung für die Gesamtheit zu verwerfen. Ein regierender Monarch,
der sein Amt als Staatsoberhaupt wahrnimmt, denkt zwangsläufig in
anderen zeitlichen Dimensionen als ein Politiker, dessen Mandat in der
Regel auf vier bis fünf Jahre beschränkt ist. Die liechtensteinische
Staatsform der Monarchie auf demokratischer und parlamentarischer
Grundlage ist ein eindruckvolles Beispiel dafür.
Queen
Elizabeth II. Sie ist die dienstälteste Monarchin der Welt,
unspektakulär, formstark, traditionsgewiss und wenn nicht alles
täuscht, scheint der Zeitgeist des neuen Jahrtausend ihr ausgesprochen
wohl gesonnen. Lebendige Hoffnung einer neuen Generation, die sich in
Zeiten grösster Unübersichtlichkeit nach einem Minimum an Konstanz und
Tradition sehnt. «God Save The King» bzw. «God Save The Queen». Am
21. April 1926 als Prinzessin Elizabeth of York geboren, wächst die
Queen anfangs im Londoner Stadthaus und im ländlichen Windsor Great
Park, einem Landsitz ihrer Grosseltern, auf. Als ihr Onkel Edward VIII.
1936 aus Liebe zu der Amerikanerin Wallis Simpson abdankt, wird ihr
Vater König und die Familie zieht in den Buckingham Palast. Nun ist
Elizabeth Thronerbin und damit eine Person des öffentlichen Interesses.
Ihren ersten grossen internationalen Auftritt absolviert Prinzessin
Elizabeth 1947. Während eines Staatsbesuches ihrer Familie in Südafrika
hält sie eine Rundfunkansprache, in der sie sich zum Dienst am
Commonwealth verpflichtet. Im selben Jahr, am 20. November 1947
heiratet sie Prinz Philip Mountbatten, Prinz von Griechenland und
Dänemark, der bei dieser Gelegenheit zum Herzog von Edinburgh ernannt
wird. 1948 kommt ihr erstes Kind Charles zur Welt. 1950 wird ihre
Tochter Anne geboren, später folgen die Söhne Andrew (1960) und Edward
(1964). Nach dem Tod von König George VI. wird Thronfolgerin Elizabeth
am 2. Juni 1953 in London in der Westminster Abbey zur Königin von
Grossbritannien gekrönt.
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